Glossar Fibromyalgie
Glossar:
- Fibromyalgie: Eine chronische Erkrankung, die durch weit verbreitete Muskelschmerzen, Müdigkeit und Empfindlichkeit gegenüber Berührung gekennzeichnet ist. Es gibt keine eindeutige Ursache für Fibromyalgie, aber Faktoren wie genetische Veranlagung, Störungen des Schmerzempfindens und psychosoziale Faktoren können eine Rolle spielen. Die Behandlung umfasst oft eine Kombination aus Medikamenten, Physiotherapie, Bewegungstherapie, Entspannungstechniken und psychologischer Unterstützung.
- Comorbiditäten: Begleiterkrankungen, die gemeinsam mit Fibromyalgie auftreten können. Häufige Comorbiditäten bei Fibromyalgie sind das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS), Depressionen, Angststörungen, Schlafstörungen, Migräne, Reizdarmsyndrom (IBS) und rheumatoide Arthritis (RA).
- Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS = Chronic Fatigue Syndrome): Eine Erkrankung, die durch anhaltende Erschöpfung, kognitive Beeinträchtigungen und Schlafstörungen gekennzeichnet ist. Die genaue Ursache von CFS ist unbekannt, und die Behandlung konzentriert sich in erster Linie auf die Linderung der Symptome und die Verbesserung der Lebensqualität.
- Depression: Eine psychische Erkrankung, die durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Energiemangel und andere Symptome gekennzeichnet ist. Die Behandlung von Depressionen kann Medikamente, Psychotherapie und Lebensstiländerungen umfassen.
- Angststörungen: Psychische Erkrankungen, die durch anhaltende Angstgefühle, Sorgen und körperliche Symptome wie Herzklopfen oder Atemnot gekennzeichnet sind. Die Behandlung von Angststörungen kann Psychotherapie, Medikamente und Stressmanagement umfassen.
- Schlafstörungen: Störungen, die den normalen Schlafprozess stören und zu unruhigem Schlaf, Schlaflosigkeit oder übermäßiger Schläfrigkeit führen können. Zu den häufigen Schlafstörungen bei Fibromyalgie gehören Schlaflosigkeit, unruhiger Schlaf, Schlafapnoe und das Restless-Legs-Syndrom. Die Behandlung kann Veränderungen im Schlafverhalten, Entspannungstechniken, Schlafhygiene-Maßnahmen und in einigen Fällen die Verwendung von Schlafmedikamenten umfassen.
- Migräne: Wiederkehrende starke Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Die Behandlung von Migräne umfasst oft eine Kombination aus Medikamenten zur Schmerzlinderung und Vorbeugung, Vermeidung von Triggern, Stressmanagement und Anpassungen im Lebensstil.
- Reizdarmsyndrom (IBS): IBS steht für „Irritable Bowel Syndrome“ oder auf Deutsch „Reizdarmsyndrom“. Es handelt sich um eine funktionelle Darmerkrankung, bei der es zu wiederkehrenden Bauchschmerzen, Blähungen und Veränderungen des Stuhlgangs kommt. Typische Symptome des Reizdarmsyndroms sind Bauchschmerzen oder -krämpfe, Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder eine Mischung aus beidem. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, bei der die Beschwerden über einen längeren Zeitraum auftreten können. Die genaue Ursache des Reizdarmsyndroms ist nicht vollständig bekannt, es wird jedoch angenommen, dass verschiedene Faktoren wie Darmbewegungsstörungen, erhöhte Schmerzempfindlichkeit im Darm und psychosoziale Faktoren eine Rolle spielen können. Die Behandlung des Reizdarmsyndroms umfasst oft eine Kombination aus Ernährungsanpassungen, Stressmanagement, Medikamenten zur Linderung der Symptome und gegebenenfalls psychologischer Unterstützung.
- Rheumatoide Arthritis (RA): Eine entzündliche Erkrankung, die Gelenkschmerzen, Schwellungen und Steifheit verursacht. Die Behandlung von RA umfasst entzündungshemmende Medikamente, krankheitsmodifizierende Antirheumatika, physikalische Therapie, Bewegung und in einigen Fällen auch operative Eingriffe.
- Myofasziales Schmerzsyndrom: Eine Erkrankung, bei der lokalisierte Muskelknoten (Triggerpunkte) Schmerzen verursachen. Die Behandlung beinhaltet oft eine Kombination aus physikalischer Therapie, Massagetherapie, Dehnungsübungen, Triggerpunkt-Injektionen und Entspannungstechniken.
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Medikamente zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung, die häufig bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Bekannte NSAR sind beispielsweise Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Es ist wichtig, die möglichen Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko im Auge zu behalten.
- Opioide: Starke Schmerzmittel, die zur Linderung schwerer Schmerzen eingesetzt werden können. Opioide wie Tramadol oder Codein können jedoch Nebenwirkungen wie Verstopfung, Sedierung, Schwindel, Übelkeit und Abhängigkeitsrisiko haben.
- Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI): Eine Klasse von Antidepressiva, die die Wiederaufnahme von Serotonin im Gehirn blockieren und zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen eingesetzt werden. Beispiele für SSRIs sind Fluoxetin, Sertralin und Escitalopram. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Schlafstörungen, sexuelle Dysfunktion und Gewichtsveränderungen.
- Trizyklische Antidepressiva (TZA): Eine Klasse von Antidepressiva, die zur Behandlung von Depressionen, Schmerzen und Schlafstörungen eingesetzt werden. Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin oder Nortriptylin können Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung, Schwindel, Sedierung und Gewichtszunahme verursachen.
- Antikonvulsiva: Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie entwickelt wurden, aber auch bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen und anderen Erkrankungen eingesetzt werden können. Ein bekanntes Antikonvulsivum, das auch bei Fibromyalgie eingesetzt wird, ist Pregabalin. Nebenwirkungen können Schläfrigkeit, Schwindel, Gewichtszunahme und Gedächtnisprobleme sein.
- Triptane: Eine Klasse von Medikamenten zur Behandlung von Migräneanfällen. Triptane wie Sumatriptan oder Rizatriptan wirken durch Verengung der Blutgefäße im Gehirn und Linderung von Migränesymptomen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Schläfrigkeit, Schwindel und Engegefühl im Brustbereich.
- Sedative Hypnotika: Medikamente, die zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt werden und beruhigende oder schlaffördernde Wirkungen haben. Beispiele für Sedative Hypnotika sind Benzodiazepine wie Diazepam oder Zolpidem. Es ist wichtig, die möglichen Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Gedächtnisprobleme, Abhängigkeitsrisiko und Toleranzentwicklung zu berücksichtigen.
- Schlafapnoesyndrom: Eine Schlafstörung, bei der es während des Schlafs zu wiederholten Atemaussetzern kommt. Dies führt zu kurzen Unterbrechungen des Schlafs und kann zu Tagesmüdigkeit, Schnarchen und anderen Symptomen führen. Die Behandlung des Schlafapnoesyndroms kann die Verwendung eines kontinuierlichen positiven Atemwegsdrucks (CPAP), Gewichtsreduktion, Vermeidung von Alkohol und Schlafpositionstraining umfassen.
- Restless-Legs-Syndrom (RLS): Eine neurologische Erkrankung, die durch unangenehme Missempfindungen in den Beinen gekennzeichnet ist, die zu einem unwiderstehlichen Drang führen, die Beine zu bewegen. Dieser Drang tritt in Ruhephasen und insbesondere nachts auf und kann den Schlaf stören. Die Behandlung des Restless-Legs-Syndroms kann Medikamente zur Linderung der Symptome, Veränderungen im Lebensstil wie regelmäßige Bewegung und die Vermeidung von Auslösern umfassen.
- Sexuelle Dysfunktion: Ein Zustand, bei dem es zu Schwierigkeiten oder Unfähigkeit kommt, sexuelle Befriedigung zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Bei Fibromyalgie-Patienten können sexuelle Dysfunktionen auftreten, die auf Schmerzen, Müdigkeit, emotionale Belastung oder die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente zurückzuführen sein können. Die Behandlung der sexuellen Dysfunktion umfasst oft eine Kombination aus medizinischen, psychologischen und lebensstilbezogenen Ansätzen.
- Steroide: Eine Gruppe von Medikamenten, die entzündungshemmende Eigenschaften haben und zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis eingesetzt werden können. Steroide können auch zur kurzfristigen Schmerzlinderung bei akuten Schüben von Fibromyalgie eingesetzt werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Steroide Nebenwirkungen haben können, insbesondere bei längerfristiger Anwendung, wie z. B. Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Osteoporose und erhöhtes Infektionsrisiko.
- Triggerpunkte: Triggerpunkte sind lokalisierte Bereiche in den Muskeln, die schmerzhaft und empfindlich auf Druck reagieren. Diese Punkte können in den Muskeln oder im Bindegewebe auftreten und sind häufig mit Verspannungen oder Muskelverletzungen verbunden. Bei Fibromyalgie-Patienten treten Triggerpunkte häufig auf und können zu weit verbreiteten Schmerzen und Steifheit beitragen. Die Schmerzen können von den Triggerpunkten ausgehen oder sich von ihnen ausbreiten.Triggerpunkte können durch verschiedene Faktoren aktiviert werden, darunter Muskelüberlastung, Stress, Fehlhaltungen, Verletzungen oder Entzündungen. Sie können zu lokalen Schmerzen, aber auch zu übertragenden Schmerzen in andere Körperregionen führen, die als „referred pain“ bezeichnet werden. Beispielsweise kann ein Triggerpunkt im Nackenbereich Kopfschmerzen verursachen.
Die Behandlung von Triggerpunkten kann eine Kombination aus verschiedenen Therapiemethoden umfassen, darunter:
- Manuelle Therapie: Durch Druckmassage oder manuelle Manipulation kann der Therapeut die Triggerpunkte behandeln und die Spannung im betroffenen Muskel lindern.
- Trockene Nadelung: Diese Technik, auch als intramuskuläre Stimulation (IMS) oder Triggerpunkt-Akupunktur bezeichnet, beinhaltet das Einführen einer feinen Nadel in den Triggerpunkt, um die Muskelspannung zu lösen.
- Stretching-Übungen: Gezieltes Dehnen der betroffenen Muskeln kann helfen, die Spannung in den Triggerpunkten zu reduzieren.
- Wärme- oder Kältetherapie: Die Anwendung von Wärme oder Kälte auf die betroffenen Muskeln kann Schmerzen lindern und die Durchblutung fördern.
- Medikamentöse Therapie: Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente oder Muskelrelaxantien können zur vorübergehenden Linderung der Schmerzen eingesetzt werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Behandlung von Triggerpunkten individuell angepasst werden sollte und dass verschiedene Therapieansätze kombiniert werden können, um die bestmögliche Schmerzlinderung zu erreichen. Ein qualifizierter Fachmann wie ein Physiotherapeut oder Osteopath kann bei der Diagnose und Behandlung von Triggerpunkten helfen.

Bernhard Sattler
Heilpraktiker seit 2016
Heilpraktiker für Psychotherapie seit 2006
Coach für Persönlichkeitsentwicklung seit 1991
Schwerpunkt/Hauptkompetenz: Frauen mit traumatischen Erfahrungen und damit verbundenen Schmerzerkrankungen, hormonellen Beschwerden und Immunstörungen
Terminvereinbarung: +49 (0) 6182-27886